Sprunkmarken

Markt der Berufe bei Talworks

Zum 2. Mal fand am 18. Oktober der „Markt der Berufe“ bei TALWORKS, dem Zentrum für Berufsvorbereitung, statt.
Über 20 Wuppertaler Unternehmen boten hier interessierten Schülerinnen und Schülern der Klasse 9 die Möglichkeit, sich in praktischen Übungen auszuprobieren.
Bretzel formen, tapezieren, einen Hof vermessen, Haare schneiden und färben, LED-Lampen löten, Bauteile montieren, Fahrscheine lösen und vieles mehr – beim „Markt der Berufe“, der in dieser Form zum zweiten Mal stattfand, wurde nicht nur zugeschaut! Die 22 teilnehmenden Firmen haben praktische Übungen und kleine Arbeitsproben mitgebracht, an denen die Jugendlichen sich selbst ausprobieren, selbst erleben und selbst etwas schaffen konnten. Die Schülerinnen und Schüler hatten die Möglichkeit, ihre Talente und Fähigkeiten bei berufstypischen Arbeitsproben zu entdecken und erhielten gleichzeitig einen kurzen und doch intensiven Einblick in den jeweiligen Beruf.

Jugendliche interessieren

Quirlig ging es bei TALWORKS, dem Zentrum für Berufsvorbereitung, zu. „Was hast Du denn schon gemacht?“, so tauschten sich die Schülerinnen und Schüler aus und gaben sich untereinander Tipps, was man sich denn noch anschauen sollte. Der 15jährige Wael aus der neunten Klasse der Hauptschule Wichlinghausen wird mit seinen Ergebnissen auch privat punkten können. Beim Dachdecker hat er ein Herz aus Schiefer gefertigt, dieses wird zusammen mit dem Anhänger, in dem er seinen und den Namen seiner Freundin eingestanzt hat, als Geschenke an seine Liebste sicherlich Eindruck machen. Dass es hier aber auch um eine Berufsorientierung geht, weiß er genau und könnte sich schon gut vorstellen, sich den Beruf des Dachdeckers mal genauer anzuschauen.
Die Aufgaben dauerten jeweils 20 bis 25 Minuten. Jeder und jede Jugendliche sollte an diesem Tag mindestens drei unterschiedliche Berufe ausprobieren können. „Wir hatten vier Durchgänge geplant, zu jedem Durchgang konnten 80 Schülerinnen und Schüler der neunten Klassen aus Förder-, Haupt-, Real- und Gesamtschulen kommen“, erklärt Bernd Jung von der Wirtschaftsförderung, die die Veranstaltung gemeinsam mit der Agentur für Arbeit, dem Jobcenter Wuppertal und TALWORKS anbot. Über 200 Jugendliche haben das Angebot angenommen und die Gelegenheit genutzt, sich auszuprobieren. Im Vorfeld konnten sie sich in der Schule schon vorbereiten und sich die Unternehmen und Aufgaben aussuchen, die sie besonders interessieren. „Es kamen so auch tatsächlich nur die Schüler, die wirklich Bedarf haben“, merkt Jung an. Ein Vorteil auch für die Unternehmen, die sich hier gerne engagieren, denn die meisten waren auch schon im letzten Jahr dabei.

„Pflicht für uns als Betriebe“

Hans Georg Ziegler, Personalmanager in der Ausbildung der Wuppertaler Stadtwerke, ist von dem Format überzeugt: „Die meisten Schüler denken bei WSW höchstens an Bus und Schwebebahn und gar nicht an unsere Versorgungssparten und wie viele Ausbildungsberufe wir hier haben. Solche Veranstaltungen müssen sein, damit wir den Jugendlichen solche Informationen auch vermitteln können.“ Drastischer drückt es Malermeister Oliver Conyn aus: „Der demografische Wandel hat uns voll erwischt, daher halte ich solche Veranstaltungen für superwichtig und verstehe diese auch als Pflicht für uns als Betrieb.“ Auch bei Knipex und Stahlwille ist man froh über die Gelegenheit, die Neuntklässler aus Förder-, Haupt-, Real- und Gesamtschulen durch kleine Aufgaben und ein dem Alter entsprechendes Informationsangebot auf das Unternehmen und die Ausbildungsmöglichkeiten aufmerksam zu machen.
Anders als im Unterricht können die Jugendlichen hier innerhalb von etwa 20 bis 30 Minuten ihre Talente und Fähigkeiten bei berufstypischen Arbeitsproben entdecken und etwas Selbstgemachtes mit nach Hause nehmen – wie etwa ein Schieferherz oder einen eigens gelöteten Anhänger. Auch die Ansprechpartner von Jobcenter und Agentur für Arbeit bestätigen, dass solche Eindrücke hängen bleiben und bei der Berufsberatung oftmals wieder zum Vorschein kommen. Sie standen auch für die Lehrkräfte zur Verfügung, informierten über den Berufsorientierungsprozess und freuten sich über den schulformübergreifenden Austausch zwischen den Lehrern. So wird der „Markt der Berufe“ im nächsten Jahr sicherlich eine Neuauflage finden, interessierte Unternehmen können sich jetzt schon anmelden.