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Halbzeit im Projekt „Partizipation Bergisches Städtedreieck“

Das Jobcenter Wuppertal beteiligt sich seit Juli 2015 am Projekt „Partizipation Bergisches Städtedreieck“, das bereits jetzt eine Erfolgsgeschichte schreibt. 50 Menschen konnten durch die Initiative in Arbeit und Ausbildung vermittelt werden. Zeit für einen Rückblick.

Perspektive in Deutschland ein neues Leben aufzubauen

„Bei diesem Projekt geht es darum, die in der Region lebenden Geflüchteten mit unsicherem oder noch ungeklärtem Aufenthaltsstatus in Arbeit oder Ausbildung zu vermitteln und dadurch ihre persönliche und aufenthaltsrechtliche Situation zu verbessern“, begründet Thomas Lenz, Vorstandsvorsitzender des Jobcenters Wuppertal, das frühe Engagement des Jobcenters, das bereits seit 2008 die Vorgängerprojekte „Partizipation“ und „Partizipation Plus“ als strategischer Partner unterstützt hat. Beim aktuellen Projekt beteiligt sich das Jobcenter auch auf der operativen Ebene. „Arbeit bildet nicht nur eine existenzielle Lebensgrundlage für diese Menschen und ihre Familien. Sie eröffnet ihnen endlich eine verlässliche Perspektive, dauerhaft in Deutschland zu bleiben, um für sich und die Familie hier ein neues Leben aufzubauen.“
Susanne Mekelburg
Mit 25 Plätzen ist die Teilnehmerzahl im Projekt begrenzt. Die Männer und Frauen werden im Rahmen der Projektarbeit eng von Susanne Mekelburg, Projektverantwortliche im Jobcenter, begleitet. Gemeinsam mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern wird eine berufliche Perspektive entwickelt, erste Schritte dorthin unternommen, um dann in Ausbildung oder Arbeit einzumünden. „Die Zielsetzung kann hierbei ganz unterschiedlich sein. Manche Teilnehmerinnen und Teilnehmer möchten schnell arbeiten und eigenes Geld verdienen, andere haben eine Ausbildungsaufnahme oder eine Qualifizierungsmaßnahme im Kopf“, berichtet Susanne Mekelburg.

Interesse an einer Ausbildung nimmt zu

Monika Maas, die als Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt im Jobcenter auch die Förderung von Zugewanderten zu ihrem Aufgabenportfolio zählt, freut sich über den erfolgreichen Projektverlauf: „Beim Personenkreis der Bleibeberechtigten ist die Vermittlung in Arbeit oder Ausbildung nicht selbstverständlich. Denn es handelt sich oftmals um Menschen, die bereits seit vielen Jahren mit einer Aufenthaltserlaubnis aus humanitären Gründen in Deutschland leben und bisher noch keinen Zugang zu Sprachkursen, Qualifizierung oder Arbeit hatten.“
„Bei meiner Arbeit nutze ich die unterschiedlichsten Möglichkeiten aus dem SGB II“, erklärt Susanne Mekelburg. „Das kann z.B. die Vermittlung in ein Praktikum sein, damit Betrieb und Bewerberin bzw. Bewerber sich kennen lernen können, die Finanzierung eines erforderlichen Führerscheins oder einer konkreten Teilqualifizierung sein.“ Sie führt weiter aus, dass das Interesse an einer Ausbildungsaufnahme seit Projektbeginn immer weiter zunimmt. Hierüber und insbesondere über die erfolgreiche Ausbildungsaufnahme von Frauen und Müttern wurde zuletzt im Rahmen der Projektarbeit berichtet.
Abdalla Yousef
Seit Beginn der aktuellen Förderphase stellt Susanne Mekelburg Kontakt zu unterschiedlichen Unternehmen her und informiert die Arbeitsuchenden schnell und unkompliziert über freie Stellen. Die gute Zusammenarbeit mit ortsansässigen Unternehmen führte zu nachhaltigen Integrationen. So nahm der 44-jährige Familienvater Abdalla Yousef kürzlich eine Tätigkeit im Bereich Promotion auf und ist nun u.a. für die Kundenakquise im Unternehmen mit verantwortlich. „Auch die Arbeitgeber freuen sich über motivierte Fachkräfte und Mitarbeitende und haben die Möglichkeit ihre eigenen Beschäftigten im Betrieb weiter zu qualifizieren“, resümiert Susanne Mekelburg.
Die Einbindung des Unternehmensservice des Jobcenters bietet weitere große Vorteile und hilft dabei den genannten Personenkreis auch kurzfristig in sozialversicherungspflichtige Arbeitsstellen zu vermitteln. Durch den regen und engen Austausch mit der Kundin bzw. dem Kunden lassen sich Beschäftigungswünsche schnell und gezielt umsetzen.

50 Mal erfolgreich in Arbeit und Ausbildung vermittelt

„Die Ergebnisse können sich sehen lassen: Im Rahmen der Projektarbeit konnten bislang 50 Teilnehmerinnen und Teilnehmer in Ausbildung oder sozialversicherungspflichtige Arbeitsstellen vermittelt werden. Die sodann frei werdenden Teilnahmeplätze werden mit neuen Projektteilnehmenden besetzt“, so Susanne Mekelburg.
Die Netzwerkkoordination hat die Diakonie Wuppertal inne. Teilweise seit Jahren wirken weitere Netzwerkpartnerinnen und -partnern im Bergischen Städtedreieck bei dem Projekt mit: Die Stadt Wuppertal, die GESA gGmbH, der Sozialdienst katholischer Frauen e.V. Wuppertal, die Jobcenter Wuppertal AöR, die Stadt Solingen, der Caritasverband Wuppertal/Solingen e.V., Caritasverband Remscheid e.V.
Die Schwerpunkte der Projektarbeit liegen dabei in Beratung, Coaching, Qualifizierung und Vermittlung in Arbeit oder Ausbildung. Alle Projektbeteiligten bringen besondere Kompetenzen ein, von denen im Zusammenspiel wiederum alle Akteure profitieren.
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